3 min Lesedauer

Amazons Business-Flywheel

Home / Blog / Amazons Business-Flywheel
Christian Doll
Geschrieben von Christian Doll | 22.01.2020

Amazons Business-Flywheel war ein für mich sehr neuer und spannender Gedanke, der mir vor kurzem kam, als das Buch „The Bezos Letters” durchgearbeitet habe. Darin analysiert der Autor Steve Anderson die jährlichen Briefe von Jeff Bezos an Amazon-Shareowners. Für mich und meine Arbeit als Strategyzer Advisor und Coach war dieses Buch sehr inspirierend. Und das in vielerlei Hinsicht. 

Einige der spannendsten Inhalte daraus und meine Inspirationen dazu möchte in Blog-Posts teilen. Mein Thema diesmal: Amazons Business-Flywheel 

Amazon Geschäft als Schwungrad

Man braucht eine gehörige Portion Kraft, um eine manuelle Drehtür am Eingang z.B. von einem Hotel oder einer Behörde in Schwung zu setzen. Oft muss man sein ganzes Körpergewicht einsetzen, um durch so eine Tür zu kommen. Ist die Drehtür aber in Bewegung, hat sie manchmal noch genug Schwung, um sich noch eine Weile selbst zu drehen, bevor sie wieder zum Stillstand kommt. Und wenn man durch eine Drehtür gehen will, die noch Restschwung vom Vorgänger hat, dann braucht es viel weniger Kraftanstrengung, um selbst den Eingang zu passieren.

Jeff Bezos betrachtet das Amazon-Geschäft wie ein ebensolches Schwungrad. Es hat eine gehörige Kraftanstrengung gebraucht, um das Rad in Bewegung zu bekommen. Aber jetzt dreht es sich und generiert immer mehr Momentum. Auch weil die meisten Amazon-Aktivitäten darauf ausgerichtet sind, noch mehr Schwung zu erzeugen und den Impuls noch größer werden zu lassen.

Wachstum als primäres Ziel

Eines der Hauptziele von Amazon ist Wachstum. Dieses Wachstum wird durch eine Reihe von Aktivitäten noch weiter in Schwung gebracht. Amazon hat dafür 6 Aktivitäten identifiziert: mehr Besuche(r) und Interaktionen auf den Amazon-Webseiten, bessere Customer Experience, mehr vertrauenswürdige Verkäufer als Partner im Amazon Marketplace, noch mehr Angebotsvielfalt, noch niedrigere Preise und noch niedrigere Kostenstruktur. Diese 6 Aktivitäten helfen mit, dass Wachstums-Schwungrad noch schneller zu drehen.

Selektionskriterium: Momentum für das Schwungrad

Wenn Amazon eine Neugeschäfts-Idee betrachtet, ist einer der Entscheidungskriterien auch, ob diese Idee einen Beitrag leisten kann, noch mehr Power auf das Schwungrad zu bekommen. Konkreter: Wird die Idee mindestens einer der 6 Aktivitäten noch weiter verbessern können? Wenn ja, dann schaut sich Amazon diese Idee genauer an.

Amazon Prime

Zum Beispiel mit dem Launch von Amazon Prime als Angebot, höherwertigen Customer Value gegen eine Jahresgebühr in Anspruch nehmen zu können, wurde genau das möglich: z.B: mehr Features konnten ausgerollt werden, Kunden konnten schneller und verlässlicher ihre Ware ausgeliefert bekommen, die Customer Experience wurde verbessert.

Folge: Prime-Kunden kauften immer und immer wieder im Amazon Marketplace.

Was ist unser Schwungrad?

Im Business hilft die Metapher eines Schwungrads, Ressourcen und Aktivitäten noch besser auf die angestrebten Ziele auszurichten. Können wir mit diesen oder jenen Aktivitäten noch mehr Kraft auf unser Schwungrad bringen? Je besser alle unseren Aktivitäten auf das Generieren von Power für unser Schwungrad ausgelegt sind, um so besser gelingt es, ein sich selbstverstärkendes Momentum zu erzeugen.

Dafür ist es notwendig zu verstehen bzw. zu definieren, was das eigene Schwungrad eigentlich ist bzw. was es zukünftig sein soll.

Wie hat mich das inspiriert? 

Folgende Trigger-Fragen kamen mir dazu in den Sinn:

  1. Welche Ziele stehen im Zentrum unseres Business-Schwungrads?
  2. Welche Aktivitäten helfen mit, Power aufzubauen um unser Schwungrad am Drehen zu halten?
  3. Wie könnten wir es noch schneller drehen (lassen)?
  4. Durch welche Aktionen könnten wir sich-selbstverstärkenden Schwung auf unser Schwungrad bekommen?

Interessiert, an Fragen wie diesen in Ihren Innovations-Aktivitäten zu arbeiten? Ich freue mich über Ihre Nachricht.

P.S.: Englische Fachausdrücke

Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, englische Fachausdrucke NICHT ins Deutsche zu übersetzen. Über die Jahre habe ich festgestellt, dass dies (komischerweise) zu mehr Klarheit in der Sprache führt.

Warum? Weil damit sofort deutlich wird, welche Bedeutung pro Ausdruck ich meine. Wenn ich z.B. in Innovationsprojekten von Pains & Gains spreche, dann ist sofort klar, dass ich die entsprechenden Bereiche im Customer Profile des Werkzeugs “Value Proposition Canvas” meine. Die Verwendung der deutschen Übersetzung „Problemen & Gewinnen“ ist dafür oft zu verwirrend.

In meinen Blog-Posts möchte ich das gleiche Prinzip anwenden.